Vor ein paar Tagen laufen mein australischer Mitbewohner und ich den „Малый Проспект“ entlang. Auf einmal hören wir aufgeregte Rufe: „Shane, Birgit wait!“ Unsere Vermieterin fuchtelt wild mit den Armen und will, dass wir ihr unbedingt folgen. Sie hat uns zufällig gesehen. Sie schiebt uns schnurstracks 
in ein Café, lotst uns um die Ecke herum an einen Tisch mit einer Flasche Cognac und 3 Leuten: einer russischen Journalistin, einer Universitätsprofessorin und einem vollbärtigen Mann, dem Urenkel Dostojewskijs! In meinem Kopf beginne ich zu rechnen, überschlage das Alter, versuche mich zu erinnern, wann genau der berühmte Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewskij gelebt hat. Irgendwann Mitte des 19. Jahrhunderts. Ja, das scheint hinzuhauen. Und dann trinken wir alle zusammen Cognac an einem Tag an dem später Zenit Petersburg gegen Real Madrid verlieren wird. Vor solchen Spielen wird vorsorglich im ganzen Viertel kein Alkohol verkauft, doch Dmitrij Dostojewskij hat es irgendwie geschafft, eine Flasche Cognac zu besorgen.
Okt 5, 2008
Okt 6, 2008 at 8:13
man frau w. … ick bin ja ganz begeistert von deine seite! ich als völlig unmoderner mensch lese und staune und freue mich aber sehr, dass es dir sehr gut zu gehen scheint und dass nicht nur die pickel im gesicht auf blühen ob des fetten essens, sondern die ganze biggi!
mensch, du sitzt in st. petersburg mit dem urenkel von dostojewskij cognac und ich kugel aufm heimischen sofa vor mich hin. welten, sag ich dir! sag ma, wo bekomm ich denn auch so ne schicke bunte kachel her, wenn ich dir kommentare und grüße schreibe? ach, aber das aussehen soll ja nicht zählen, sondern der inhalt!
gehab dich wohl meine liebe und hau rein bis zum anschlag (vorher solltest du vielleicht au knie und herz hören)
eva
Okt 13, 2008 at 7:33
wie geil ist das denn!!?? Weißer Neid bewegt mich… wie man in Russland sagt. Ich gönne es dir also. Schwarzer Neid=nichtgönnen
Küsse nach Pieter!