So, jetzt ist das Lotterleben auch vorbei: Meine nächsten Wochen gehören nun ganz dem „пятый канал“, dem einzigen russischen Fernsehsender, der in Petersburg seinen Hauptsitz hat und landesweit sendet.
Gestern war ich dann zu Gast in der Redaktion der „Crime News“. Und da gibt es viel aus Russland zu berichten: Über junge Männer, die offen zugeben, jemanden umgebracht zu haben, weil er nicht aussieht wie ein Russe, über anonyme Bombendrohungen, die anscheinend nur als vorbereitendes Training für Polizei- und Sicherheitskräfte dienten für das heutige Interpol Treffen mit Putin und über einen Hund der 67 Hühner tot gebissen hat. Mehr als eine Stunde Programm täglich.
Diese 2-3 minütigen Crime-Reportagen werden jedenfalls wie Radiostücke produziert, d.h. zuerst wird der Text geschrieben und eingesprochen. Dann beginnt man den Schnitt mit dem reinen Tonschnitt, also der bereits eingesprochene Off-Text ohne Bilder wird mit den O-Tönen geschnitten. Am Ende werden die Lücken dann mit Bildern aufgefüllt. Die Begründung: der Ton sei wesentlich wichtiger als das Bild. Niemand schaue unentwegt und konzentriert auf den Fernsehschirm, aber den Ton höre man immer.