Jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder zurück in Hamburg. Und die häufigste Frage hier: Wie war es denn? Wie war es denn nun? Schwierig, eine Antwort zu finden, die in zwei, drei Sätze passt. Petersburg ist schön, sogar im Oktober und November – in einer Jahreszeit in der man dort sicher auch das Gefühl bekommen kann, depressiv werden zu müssen. Es wird kaum hell, es regnet viel, es ist ungemütlich kalt auf den Straßen. Dafür umso wärmer in den überfüllten Metrobahnen, in Geschäften und den zentral geheizten Wohnungen. Heftige Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen, doch es gibt nicht nur die. Petersburg ist eine Stadt voller Gegensätze. Auf der einen Seite das Glitzer und Glamour-Petersburg: mit dem Newskij Prospekt – der Vorzeigestraße, der Prachtallee schlechthin, mit den schönsten Bauten, Theatern, Konzertsälen. Doch nur ein paar Straßen weiter stehen ältere Frauen und verkaufen ihre wenigen Äpfel, Kräuter und eingelegten Salzgurken, um sich zu ihrer spärlichen Rente noch ein paar Rubel dazuzuverdienen. Dort werden auch Obdachlose mit Tee und Suppe versorgt, der Andrang ist groß. Die soziale Spaltung der Stadt auch.