Eine grelle Frauenstimme schreit ins Mikrofon. Sie wird immer lauter. Die Vertreterin des Russischen Föderationsrates lässt sich nicht stoppen, sie muss endlich das loswerden, was schon länger die Russen an diesem Tag umtreibt. Eigentlich sollte es ja in der Arbeitsgruppe Medien beim 8. „Petersburger Dialog“ um „Multimedialen Wandel in einer globalisierten Welt“ gehen, doch das interessiert die Russen im Moment herzlich wenig. Sie sind enttäuscht, verletzt und fühlen sich äußerst ungerecht behandelt von den westlichen Medien. Einseitig, unkritisch, voreingenommen, ja sogar propagandistisch sei die Berichterstattung über den Georgienkonflikt, vor allem in den ersten Tagen, gewesen. Gegen das große Russland, pro kleines Georgien. Fernsehen und Zeitungen hätten zu 90 Prozent die georgischen Positionen verbreitet und fast nichts sei über die Russischen berichtet worden. Die Stimme der rothaarigen Frau steigt im Lautstärkepegel noch einmal an, die Deutschen können den Simultanübersetzer kaum noch verstehen und scheinen sichtlich genervt von dieser einseitigen, pauschalen Medienschelte.
Okt 2, 2008
Deutscher Propaganda-Journalismus?
Posted by Birgit under Medien | Schlagworte: Georgienkonflikt, Medienschelte |1 Comment