Dass die russische Führung froh über den neugewählten demokratischen US-Präsidenten ist, mag man irgendwie gern bezweifeln. Zumindest hat Medwedjew heute in seiner ersten Rede zur Lage der Nation Barack Obama nicht direkt zum Wahlerfolg gratuliert. Ob das was heißen mag, was das heißen mag – viel Platz für Interpretationen. Wenig Platz für Interpretationen lässt hingegen die Ankündigung neuer russischer Raketen an der NATO-Grenze. Und das an dem Tag an dem Obama überall gefeiert wird. Die Frage stellt sich, ob Medwedjew bewusst diesen Termin für seine Rede gewählt hat. Wieder viel Platz für Interpretationen. Aber immerhin – heute schien in Petersburg die Sonne. So ist also doch etwas von der Obama-Euphorie nach Russland geschwappt.