Ja, man kann ganz viel falsch machen. Jedenfalls dann, wenn man dem russischen Aberglauben Bedeutung schenkt. Etwas unbedarft, ohne wirklich darüber nachzudenken, bin ich schon einige Male pfeifend durch die Wohnung gelaufen. Ein Ohrwurm, der einfach raus wollte. Jedenfalls brachte mir das von meiner Vermieterin schon wirklich strafende Blicke ein und mehrere „Don´t whistle at home“-Aufforderungen. Da lässt Anastasia nicht mit sich spaßen. Pfeifen zuhause bedeutet, man bringt sich in finanzielle Schwierigkeiten, man „verpfeift“ quasi sein Geld. Jetzt wird mir auch so einiges klar. glueckshaseUnd noch was. Als wir neulich die Wohnung verlassen haben, die Tür schon hinter uns zugezogen und abgeschlossen hatten, sage ich: „Ich muss nochmal zurück, ich hab was vergessen.“ Anastasia fragt mich, ob es denn wirklich richtig wichtig sei. „Nun, ja schon“, antworte ich. Es bringe aber Unglück, wenn ich umkehren würde. Dann werde der ganze Abend schlecht, dann könnten wir auch gleich zuhause bleiben. Ich schaue entgeistert. Auf einmal sagt sie: „Schon gut, es gibt eine Möglichkeit. Schau einfach in den Spiegel.“ Also, ich zurück in die Wohnung, hab kurz mein vergessenes Handy aus meinem Zimmer geholt und mich dann erstmal eine gute Minute vor den Spiegel gestellt. Ich dachte, je länger desto besser. Anastasia wurde im Treppenflur schon etwas ungeduldig, aber der Abend war gerettet. Woran das jetzt lag, mag ich nicht sagen. Vielleicht auch an dem Glückshasen, der in der Newa steht. Wenn man nämlich Geldmünzen so auf die Bohlen wirft, dass sie liegenbleiben, hat man eine glückliche Zeit in Petersburg.