Russen lieben ihre Anonymität. Telefongespräche beginnen mit „Allo“, „Allo“, sagt auch der Andere. Ein Name wird nicht genannt. Warum auch? Wenn man eine Nummer gewählt hat, sollte man all seine hellseherischen Fähigkeiten einsetzen, um herauszufinden, wer am anderen Ende der Leitung den Hörer abgehoben hat. Klappt es nicht mit dem Hellsehen, hat man immerhin noch das Wörtchen „Allo“, das ja durchaus Rückschlüsse auf die Identität zulassen kann. Versagt man auch in der Disziplin „Stimme raten“, gibt es noch den sicheren Weg der penetranten Frage, wer denn am Telefon sei. Hat man schließlich herausgefunden, das der, den man phoneeigentlich sprechen will, gar nicht dran ist, wird man, wenn man Glück hat, weiterverbunden. Dabei kann es häufig passieren, dass das Weiterverbinden nicht klappt oder aber das ohne jede Vorwarnung aufgelegt wird, weil es eben gerade nicht passt. So jedenfalls ist es mir heute ergangen. Nach dem 3. Mal „tüt, tüt, tüt“ hatte ich keine Lust mehr, die Information zu bekommen, die ich eigentlich haben wollte. Hartnäckigkeit hilft übrigens nicht weiter. Man muss jemanden kennen, der wiederum jemanden kennt, der einen Bekannten hat, der einem weiterhelfen will. So ist das. Das ich das immer noch nicht verinnerlicht habe…